Dry aged Steak und Gin – diese Produkte schreibt sich die Ampulle im Stuttgarter West seit einiger Zeit auf die Fahne. Wie ihr wisst kann ich zu einem guten Steak einfach nicht „Nein“ sagen. Seit meinem Besuch im Christophorus und anderen Steakhäusern habe ich mittlerweile hohe Ansprüche an die Qualität und Zubereitung des Fleischs. Deshalb musste ich das Steak in der Ampulle natürlich unter die Lupe nehmen.

Schon das Besteck in der Ampulle zeigt gleich um was es geht: edle französische Steakmesser von Laguiole mit einer Klinge aus gebürstetem Edelstahl und einem Olivenholzgriff.

Der Gastraum begrüßt uns mit ein paar Überbleibseln aus einer 100 Jahre alten Apotheke und die Tische sind hübsch eingedeckt. Wir entscheiden uns aber für einen Tisch auf der Terrasse. Schon das Besteck zeigt gleich um was es hier geht: edle französische Steakmesser von Laguiole mit einer Klinge aus gebürstetem Edelstahl und einem Olivenholzgriff.

Schnell wird uns Brot, Olivenöl in einem schönen Apothekerfläschchen, Butter, Salz und Pfeffer serviert. Die Karte bietet eine hochpreisige Auswahl an Vorspeisen und „nicht-Steak“ Klassikern. Danach wird der Gast erstmal über die verschiedenen Fleischsorten und Garstufen aufgeklärt.

Beratung oder freundlichen Service suchen wir leider vergebens.

Das Steak kommt entweder vom Hereford Irish Prime, Australian Black Angus oder als dry aged Beef vom Husumer Rind. Trotz der Fleischkunde in der Karte möchten wir aber erst den Kellern nach seiner Empfehlung fragen. Die Antwort des Fleischkenners lautet wörtlich: „Was soll ich da sagen? Die hab ich alle ausgesucht, die sind alle gut“. Liebe Restaurantbesitzer/innen, warum ist es so schwer auf diese Frage eine passende Antwort bereit zu halten? Auch wenn man (hoffentlich) von all seinen Produkten überzeugt ist, sollte man den Kunden doch eine Empfehlung aussprechen können.

Wir entscheiden uns auf eigene Faust für das Tomahawk Steak, das wir uns wie in der Karte vorgeschlagen zu dritt teilen. Ohne jegliche Nachfrage unsererseits bietet uns der Kellner einen vergünstigten Preis von 80€ statt 98€ an. Das freut uns natürlich… im ersten Moment. Danach überwiegt die Skepsis: wie kommt es zu dieser Preissenkung? Da ich immer inkognito in Restaurants gehe, kann es nicht an meiner Tätigkeit als Bloggerin liegen. Wahrscheinlich musste das Fleisch schnellstmöglich weg. Egal, wenn es gut schmeckt, freue ich mich einfach trotzdem über die Vergünstigung. Wir bestellen das Fleisch medium. Als Beilage, die man trotz des stolzen Preis des Steaks extra bezahlen muss, wählen wir Ratatouille und getrüffeltes Selleriepüree.

In der Ampulle gibt es viel Show, aber leider wenige Versprechen, die gehalten werden.

Nach langem Warten werden uns vorgeheizte Schieferplatten aufgetischt. Leider sind die Platten wieder kalt als das Steak serviert wird. Auf einem kleinen Beistelltisch wird das Steak vom Fleischmeister in schwarzer Lederschürze fachmännisch zerlegt. Jeder von uns bekommt vier kleine Stücke. Obwohl in der Karte und bei der Bestellung viel Wert auf die Garstufe gelegt wird, ist unser Fleisch leider zu durch. Als wir den Kellner darauf hinweisen, ergreift er ohne ein Wort die Flucht. Das Ratatouille ist lecker und auch das Selleriepüree ist eine gute Ergänzung zum Fleisch. Leider sind wir nach dem Essen weder satt noch zufrieden. Das Tomahawk Steak reicht nicht wie angegeben für drei Personen.

Um die Stimmung wieder zu heben wollen wir unbedingt auch dem Gin eine Chance geben.

Um die Stimmung wieder zu heben wollen wir unbedingt auch dem Gin eine Chance geben. Der zuständige Gin-Kellner kommt zügig, aber leider ohne das kleinste Lächeln an unseren Tisch. Nach einem kurzen Gespräch hat er sogar eine Empfehlung für uns. Wir entscheiden uns für den Berliner Brandstifter und einen Bulldog extra bold aus England. Die Getränke werden toll präsentiert und schmecken auch hervorragend!

Leider muss die Terrasse um 22 Uhr geräumt werden. Es wird uns gesagt, dass wir aber noch in Ruhe zu Ende trinken können. Unser Tisch wird jedoch schon abgeräumt und damit auch eines unserer vollen Gin Gläser. Nach einer kurzen Diskussion bekommen wir dann ein neues Glas hingestellt. Ein Abend bei dem man vor allem für den Service kaum Worte findet!

Kontakt: Ampulle – The dry gin & beef club | Augustenstraße 31a | 70178 Stuttgart | 0711 66419217  | www.ampulle.com | Mo-Fr 11:30-14 Uhr und ab 17 Uhr, Sa ab 18 Uhr

Tipp: Nutzt im Sommer die Terasse und genießt einen guten Gin.

Küche: International

Bezahlt: 132,20€ (Tomahawk Steak für drei Personen, Ratatouille, Gerüffeltes Selleriepüree, ein kleines Wasser, zwei Gläser Shiraz Rotwein, Brandstifter Gin + Tonic, Bulldog Gin + Tonic,)

Mein Fazit: Das Preis-Leistungsverhältnis stimmt in der Ampulle im Vergleich zum Christophorus oder anderen Steakhäusern nicht. Ein bisschen weniger große Show – dafür mehr Qualität beim Essen und vor allem ein freundlicherer Service (!), dann kommen wir vielleicht wieder.

DSC03798

DSC03801

Tomahawk

 

Ähnliche Berichte:

Die besten Restaurant-Tipps

Unser Newsletter. Einmal im Monat. Eine Übersicht von allen veröffentlichten Restaurantberichten. Nicht mehr und nicht weniger. 

Danke für deine Anmeldung!

Pin It on Pinterest